Jugendliche absolvieren ein Calistenics-Kurs an Fitnessgeräten, der von einem Übungsleiter begleitet wird.

Step it Up - Bewegungsförderung für Jugendliche und junge Erwachsene

Die aktuelle MOVE-Studie macht deutlich, dass besonders Jugendliche aus herausfordernden Sozialräumen einen hohen Bedarf an regelmäßiger Bewegung haben, um gesund aufzuwachsen. Psychosoziale Belastungen, Stress und fehlende Alltagsstrukturen verstärken diesen Bedarf zusätzlich. Gleichzeitig gelingt es der klassischen Jugendarbeit immer weniger, diese Jugendlichen zuverlässig zu erreichen. Bewegung wird daher zunehmend als wirkungsvoller Türöffner genutzt, um Bindung, Stabilität und Empowerment zu fördern.

Parallel dazu zeigt die Sinus-Jugendstudie einen deutlichen Trend hin zu fitnessorientierten und individuellen Sportformen wie Calisthenics, Krafttraining und Street Workout. Diese Trainingsformen gelten unter Jugendlichen als modern, selbstbestimmt und urban – und gewinnen in vielen jugendlichen Lebenswelten deutlich an Attraktivität gegenüber traditionellen Teamsportarten. Damit treffen sie genau jene Bedürfnisse, die für eine zeitgemäße, zugangsorientierte Jugendarbeit von zentraler Bedeutung sind.

Ziel

Die Ziel des Projekts liegt darin, Jugendliche in herausfordernden Sozialräumen verlässlich zu erreichen und ihnen einen sicheren Zugang zu modernen, niedrigschwelligen Bewegungsangeboten zu ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen Empowerment, Selbstwirksamkeit, der Aufbau stabiler, tragfähiger Beziehunge sowie den Übergang in den organisierten Sport zu fördern.

Zielgruppe

Zielgruppe sind insbesndere Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren aus herausfordernden Sozialräumen.

Konzept und Ablauf

„Step It Up“ bringt Bewegung in herausfordernde Sozialräume. Durch niedrigschwellige, trendorientierte Sportangebote (z. B. Calisthenics) in Jugendzentren und Vereinen sollen insbesondere die Jugendlichen erreicht werden, die klassische Vereinsstrukturen nicht erreichen. Dabi bieten Jugendzentren Räume und Zugang zur Zielgruppe während die Vereine ihre fachliche Expertise einbringen.

Durch offene Trainingszeiten – ein- bis zweimal pro Woche zwischen 18 und 20 Uhr an rund 30 Wochen im Jahr – entsteht ein kontinuierliches Angebot, das sowohl spezifische Gruppen wie Mädchen in zwei Altersstufen (13–16 und 16–18 Jahre) als auch alle interessierten Jugendlichen anspricht. 

Sport und Bewegung wird so zu einem verbindenden Element, das junge Menschen wieder an das Jugendzentrum heranführt, neue soziale Bindungspunkte schafft und Selbstbewusstsein, körperliche Fitness sowie Teamfähigkeit stärkt. Gleichzeitig wird durch eine enge Verknüpfung von Jugendzentrum und Sportverein ein nachhaltiger Übergang in den organisierten Sport gefördert.

Die Sportjugend Hessen berät Sportvereine und Jugendzentren sowohl fachlich als auch hinsichtlich der Gegenfinanzierung des Projekts, vermittelt zwischen den beteiligten Partnern und stellt eine jährliche finanzielle Unterstützung in Höhe von 700 Euro bereit.

Standorte

Aktuell läuft das Projekt in Gießen, ab Herbst 2026 an weiteren Standorten hessenweit.

Organisation

Hinter dem Projekt steht die Sportjugend Hessen als Träger. Möglich wird es durch die Förderung desHessischen Ministeriums für Familie und GesundheitÖffnet sich in einem neuen Fenster (HMFG).