Kinder führen in einer Sporthalle die verschiedenen Testaufgaben des Hessischen Bewegungschecks unter Anleitung einer Testleitung durch.

Hessischer Bewegungscheck

Ziel

Der Hessische Bewegungscheck verfolgt das Ziel, den aktuellen motorischen Entwicklungsstand von Kindern in der zweiten Klasse systematisch zu erheben. Folgende Ziele sind leitend:

  • Stärken und Förderbedarfe frühzeitig erkennen
  • individuelle Bewegungsempfehlungen geben
  • Eltern gezielt informieren und für die Bedeutung von Bewegung sensibilisieren
  • Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen stärken

Eine altersgerecht entwickelte Motorik umfasst weit mehr als nur Sportlichkeit – sie stellt einen entscheidenden Faktor für die Gesundheitsförderung dar. Aktive Kinder tragen nicht nur ein geringeres Risiko mit sich, an Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Übergewicht zu erkranken, sondern sind auch konzentrierter und damit leistungsfähiger im Lernen in der Schule.

Zielgruppe

Zielgruppe des Hessischen Bewegungschecks sind alle Schülerinnen und Schüler der 2. Klassen an hessischen Grundschulen. Die Wahl fällt ganz bewusst auf diese Altersstufe: Am Ende des zweiten Schuljahres verfügen die Kinder bereits über ausreichende schulische und motorische Erfahrungen. Sie haben sich an das (Lern-)Umfeld Schule gewöhnt, kennen ihre Mitschülerinnen, ihre Mitschüler sowie ihre Lehrkräfte und haben auch schon Erfahrungen mit Testsituationen gemacht.

Ablauf

Die erfolgreiche Durchführung des Hessischen Bewegungschecks stützt sich auf einen klaren Ablauf und flexible Organisationsmodelle vor Ort. Je nach personellen Kapazitäten und zeitlichen Rahmenbedingungen kann der Test flexibel gestaltet werden – von der Durchführung an mehreren Terminen im Sportunterricht bis hin zu schul- oder regionalen Testtagen für mehrere Klassen.

Dabei sorgen strukturierte Stationen und der gezielte Einsatz geschulter Helferinnen und Helfer für einen reibungslosen und fairen Ablauf. Ausführliche Informationen zu den verschiedenen Durchführungskonzepten, zur Dokumentation und zur zeitlichen Gestaltung finden Sie auf der Seite zur Testdurchführung im Lehrkräftebereich.

Steuerung und Finanzierung

  • Hessisches Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG)
  • Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen (HMKB)

Operative Steuerung: Zentralstelle für Schulsport und Bewegungsförderung (ZFS)

Wissenschaftiche Begleitung: Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Lokale Koordination und Begleitung: Schulsportkoordinierende der Staatlichen Schulämter

weitere Kooperationspartner und Förderung:

  • Angebote für Bewegungs- und Sportförderung: Der Landessportbund Hessen (LSBH), die Sportjugend Hessen (SJH) sowie die Sportkreise und Sportvereine
  • Redaktionelle Pflege der Website: Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. 

Modell- und Testphase (2021–2025): Nach der offiziellen Auftaktveranstaltung im November 2021 im Rheingau-Taunus-Kreis wurde der Bewegungscheck als groß angelegtes Modellprojekt schrittweise in insgesamt acht Testregionen erprobt, um Abläufe zu testen und das Angebot zu optimieren. Dazu zählten neben dem Rheingau-Taunus-Kreis auch die Region Kassel sowie die Landkreise Main-Taunus, Hochtaunus, Groß-Gerau, Gießen, Limburg-Weilburg und Vogelsberg.

Der Hessische Bewegungscheck (HBC 2.0) startet zum Schuljahr 2026/27 in eine konzeptionell und strukturell weiterentwickelte Neuauflage. Gestützt auf die wertvollen Erkenntnisse und praktischen Erfahrungen aus der mehrjährigen Modellphase (2018–2025) wird das Programm landesweit vereinheitlicht, effizienter gestaltet und langfristig abgesichert. 

Durch den Einsatz des Deutschen Motorik-Tests, eine stärkere Einbindung der Lehrkräfte sowie gezielte Verknüpfungen mit passgenauen Förder- und Folgeangeboten optimiert die Neuauflage die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sportvereinen für eine flächendeckende Bewegungsförderung in Hessen. Geplant ist eine sukzessive hessenweite Ausrollung des Programms an den Grundschulen.