Relevanz von Senioren- und Pflegeeinrichtungen als Bewegungsorte
Senioren- und Pflegeeinrichtungen sind zentrale Orte der Bewegungsförderung – sowohl für mobile ältere Menschen als auch für hochaltrige oder pflegebedürftige Personen mit Einschränkungen. Bewegung hilft, Mobilität zu erhalten, das Sturzrisiko zu senken und die Selbstständigkeit im Alltag zu fördern. Individuell angepasste Programme verbessern die Lebensqualität, stärken soziale Kontakte und tragen zur Prävention chronischer Erkrankungen bei. Als Lebens- und Begegnungsorte ermöglichen Pflegeeinrichtungen eine gezielte, alltagsnahe Bewegungsförderung für alle Bewohnerinnen und Bewohner.
Argumente & Evidenz
Erhöhte Zufriedenheit von Bewohnerinnen und Bewohnern: Verbesserung des Wohlbefindens, der Selbstwirksamkeit und der Lebensqualität durch Bewegung.
Stärkung des sozialen Miteinanders: Förderung von Begegnung, Verringerung von Einsamkeit und Stärkung des Gemeinschaftsgefühls zwischen Bewohnenden und Personal durch Gruppenangebote.
Reduktion gesundheitlicher Risiken und Sturzprävention: Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems, der Muskulatur und des Gleichgewichts, Vorbeugung von chronischen Erkrankungen sowie Folgekomplikationen.
Kognitive Aktivierung und Demenzprophylaxe: Stimulation geistiger Prozesse, Förderung der Konzentration Vorbeugung für kognitiven Abbau.
Personalentlastung und Motivation: Entlastung des Pflegepersonals, da aktive Bewohnende häufig weniger Unterstützung benötigen. Steigerung der Motivation des Personals durch positive Rückmeldungen und sichtbare Erfolge.
Profilbildung und Attraktivität der Einrichtung: Eine bewegungsfreundliche Einrichtung positioniert sich als qualitätsorientiert und innovativ, was sich positiv auf die Außenwirkung, Bewohnergewinnung und Mitarbeiterbindung auswirkt.
GEDA 2024 – Gesundheit in Deutschland aktuell (2024), Robert-Koch-Institut (RKI): Telefonische Befragung (älterer) Erwachsener zum Gesundheitszustand, Gesundheitsdeterminanten und soziodemografischen Merkmalen: Link zur StudieÖffnet sich in einem neuen Fenster
DKV-Report: Wie gesund lebt Deutschland? (2023), Deutsche Krankenversicherung: Untersuchung des Gesundheits- und Bewegungsverhaltens, wobei auch die Altersgruppe ab 66 Jahren berücksichtigt wurde: Link zum ReportÖffnet sich in einem neuen Fenster
Individuell angepasste Bewegungsangebote: Gestaltung bewegungsfördernder Programme entsprechend der physischen Voraussetzungen und Bedarfe der Bewohnenden.
Barrierearme, bewegungsfreundliche Umgebung: Förderung der sicheren Nutzung von Räumen für Bewegung, z. B. durch rutschfeste Wege, Haltegriffe, Sitzgelegenheiten und Bewegungszonen.
Qualifizierung von Pflege- und Betreuungspersonal: Schulungen zur alltagsnahen Bewegungsförderung (z. B. Aktivierung, Mobilisation, Bewegungsspiele) sichern die Umsetzung im Pflegekontext.
Soziale Motivation und Beteiligung fördern: Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und Stärkung der Motivation zur Teilnahme durch gemeinsame Bewegungsaktionen, Challenges und Feste.
Kooperationen mit externen Partnern: Erweiterung des Angebotsspektrums durch die Zusammenarbeit mit Sportvereinen, Physiotherapie- und Reha-Zentren oder Quartiersprojekten.
Integration in Tagesstruktur und Pflegekonzept: Bewegung als fester Bestandteil im Alltag der Einrichtung: z. B. Morgengymnastik, Gehgruppen, aktivierende Pflege.
Verhältnisorientierte Bewegungsförderung und individuelle Bewegungsberatung im Seniorenwohnheim (BaSAlt) - Bewegungsförde-rung im Pflegeheim, Eberhard-Karls-Universität Tübingen: PraxisleitfadenÖffnet sich in einem neuen Fenster
Leitfaden Prävention in der stationären Pflege nach § 5 SGB XI (Fassung vom 28.09.2023), GKV-Spitzenverband in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Pflegekassen auf Bundesebene:Leitfaden Öffnet sich in einem neuen Fensterals verbindliche Rechtsgrundlage für die finanzielle Förderung von Projekten durch die GKV
Projekt- und Maßnahmendatenbank SPORTLAND HESSEN bewegt: Wie sagt man so schön? "Man muss das Rad nicht neu erfinden". In dieser Projektdatenbank mit Filteroptionen und Suchfunktion werden zahlreiche Maßnahmen, Projekte und Angebote im Themenfeld Bewegungsförderung eingepflegt:Link zur Projektdatenbank des Landesprogramms
Projektsammlung des Impulsgebers Bewegungsförderung: Die Projektsammlung bietet einen Katalog systematisch recherchierter, nationaler Maßnahmen der kommunalen Bewegungsförderung für ältere Menschen aus der Praxis, inkl. verschiedener Filteroptionen: Link zur ProjektsammlungÖffnet sich in einem neuen Fenster
Förderung & Akteure
Bildungsakademie des Landessportbundes Hessen e.V. (lsb h): Niedrigschwellige Qualifizierung zum Aufbau von ambulanten und (teil-) stationären Bewegungsgruppen für Menschen mit und ohne Demenz (z.B. durch „moment!“ oder „Rollator-Tanz-Kurse“, Tanzen im Sitzen, Hocker- und Stuhlgymnastik uvm.): Link zur BildungsakademieÖffnet sich in einem neuen Fenster
(Betriebs-) Kranken- und Pflegekassen, z. B. durch Fortbildungen für Pflege- und Betreuungskräfte in stationären Einrichtungen (z. B. von AOK oder Bahn BKK).
Förderdatenbank SPORTLAND HESSEN bewegt: Datenbank mit Filteroptionenund Suchfunktion mit einer Vielzahl von landesweiten als auch bundesweiten Fördermöglichkeiten für das Themenfeld der Bewegungsförderung, die bei der Entwicklung von neuen Maßnahmen berücksichtigt werden können: Link zu Förderdatenbank des LandesprogrammsÖffnet sich in einem neuen Fenster
Landesseniorenvertretung Hessen e.V. (LSVH): Vertretung der kommunalen Seniorenvertretungen, bringt Bedarfe älterer Menschen in politische Diskussionen ein (Bereiche u. a. Bewegung, Teilhabe und Mobilität: Link zur LSVH-WebsiteÖffnet sich in einem neuen Fenster
Landessportbund Hessen e.V. (lsb h): Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung zielgruppenspezifischer Bewegungsangebote durch Beratung, Qualifizierung, Materialien und Programme zur Bewegungsförderung im Alltag: Link zur Website des lsb hÖffnet sich in einem neuen Fenster
Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAGE), insbesondere der Arbeitsbereich „Gesund altern": Unterstützung von Akteuren bei der Entwicklung gesundheitsförderlicher Lebensbedingungen im Alter durch Netzwerkarbeit, Fachveranstaltungen, Materialen, Beratung und Projektbegleitung: Link zur HAGE-WebsiteÖffnet sich in einem neuen Fenster
Hessischer Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband e.V. (HBRS): Wohnortnahe Reha-Sportkurse, zertifizierte Trainerqualifikationen und Beratung für inklusive Bewegungsangebote in Pflegeeinrichtungen: Link zur HBRS-WebsiteÖffnet sich in einem neuen Fenster
Netzwerk "Bewegt älter werden" des Landesprogramms SPORTLAND HESSEN bewegt: die digitalen Netzwerktreffen bieten Raum für Austausch sowie aktuelle Impulse zu Lebensphasen, Praxisbeispielen, Projekt-Updates und Fördermöglichkeiten Link zu den Netzwerken des LandesprogrammsÖffnet sich in einem neuen Fenster
Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. (BAGSO): Dachverband zahlreicher Seniorenverbände, bringt Bedarfe älterer Menschen in politische Diskussionen ein – auch in den Bereichen Bewegung, Teilhabe und Mobilität: Link zur BAGSO-WebsiteÖffnet sich in einem neuen Fenster
Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung e.V. (BAG): Entwickelung von Konzepten und Qualitätskriterien zur Integration von Bewegung in Pflegeeinrichtungen, Förderung partizipativer Strukturen: Link zur BAG-WebsiteÖffnet sich in einem neuen Fenster
Mehrgenerationenhäuser (MGH): Orte der Begegnung und Bewegung für Jung und Alt – fördern niedrigschwellige, generationenverbindende Bewegungsangebote im Sozialraum: Übersicht der MGHÖffnet sich in einem neuen Fenster
Sozialversicherungsträger, inkl. der Pflegekassen: Gemäß § 5 SGB XI gesetzlich beauftragt mit Förderung und Finanzierung von Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen in stationären Pflegeeinrichtungen.
Ärzte, Physiotherapeuten und Apotheken: Multiplikatoren für bewegungsbezogene Prävention, Beratung und Verordnung (z. B. Reha-Sport, Bewegung auf Rezept), v. a. in Pflegeeinrichtungen und bei häuslicher Versorgung.